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Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim

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Dagesh Studio on the Road #SukkotEdition 2026
„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“
Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim | 25. September – 2 Oktober 2026
Eröffnung: 26. September 2026

Kurator*innen: Johanna Weiß & Daniel Laufer
Künstler*innen: Michal Fuchs, Elianna Renner, Toni Mauersberg, Regina Potomkina und Weitere

Die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ nimmt das jüdische Fest Sukkot zum Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragilität, Schutz und Gemeinschaft in einer krisenhaften Gegenwart. Sukkot erinnert an die Zeit des Wanderns und Wohnens in provisorischen Hütten während des Auszugs aus Ägypten. Die Sukka verkörpert einen prekären Schutzraum, der keine Sicherheit garantiert, aber eine Form des Innehaltens, der Offenheit und des Zusammenseins ermöglicht.

Gerade heute, im Angesicht von Krieg, Flucht, ökologischen Krisen, politischer Unsicherheit, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender sozialer Vereinzelung, gewinnt die Symbolik der Sukka neue Aktualität. Sie steht für temporäre Schutzräume, wie sie Geflüchtete, marginalisierte Gruppen oder Menschen in instabilen Lebensverhältnissen aufsuchen oder improvisieren müssen. Dabei stellt die Sukka nicht nur architektonisch, sondern auch sozial eine grundlegende Frage: Was bedeutet Schutz, wenn er nicht dauerhaft sein kann? Und was bedeutet Gemeinschaft unter fragilen Bedingungen?

Anlässlich der Ausstellung wird eine Sukka aufgebaut, die zugleich traditionell und kreativ gestaltet ist. Als fragile Struktur ist sie durchlässig für die Elemente, weit entfernt von der Beständigkeit eines stabilen Gebäudes. Gerade in dieser Temporalität wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften zerbrechlich sind und in einem größeren Kontext existieren. Diese Fragilität lädt uns ein, die Vergänglichkeit anzuerkennen, uns mit dem Moment zu verbinden und den Wert von Einfachheit und Verbundenheit neu zu entdecken.

Die Geste der Einladung, des Teilens und des provisorischen Zusammenkommens bildet das Zentrum der Ausstellung und verweist auf die Idee von Gemeinschaft als widerständiger Praxis: „Der Himmel als Decke“ begreift die Sukka als Raum der Begegnung, an dem Tradition und zeitgenössische künstlerische Positionen aufeinandertreffen, als Ort des Zuhörens, der Gemeinschaft und der Reflexion.

„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ ist Teil der bundesweiten Reihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Positionen in der Gegenwartskunst sichtbar macht, und wird in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim realisiert.

Nach der Purim Edition im März in Dresden setzen wir die Reihe im September 2026 mit der #SukkotEdition in Veitshöchheim fort. Vom 25. September bis 2. Oktober 2026 werden wir das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim sowie die Sukka im historischen Synagogenhof des Museums bespielen und einen Raum schaffen, in dem Tradition und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen. Die Ausstellungseröffnung findet am 26. September 2026 statt. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm folgen in Kürze.

Dagesh-Netzwerk

  • Kunst geht fremd... und macht blau

    Auch dieses Jahr beteiligt sich das Museum an dem Ausstellungsprojekt „Kunst geht fremd und macht blau“. In der Dauerausstellung ist ein Fremdgänger aus dem Museum Aschaffenburg. Das Projekt ist eine regionale Tauschaktion von Museen in Unterfranken, bei der Objekte ihre gewohnte Umgebung verlassen, um in anderen Museen neue Kontexte zu schaffen. An der Aktion nehmen rund 17 bis 19 Museen teil. Sie läuft vom 21. Juli bis zum 8. November 2026. Weitere Details finden Sie auf der Offiziellen Website zu Kunst geht fremd.

  • Sommerkonzerte im Synagogenhof

    Veitshöchheim lädt ein zum Konzertsommer im Synagogenhof 2026.

    Ob Klassik, Jazz, Blues, Folk, fränkische Volksmusik, mittelalterliche oder orientalische Klänge – das vielseitig gestaltete Programm ist immer wieder für eine Überraschung gut. Auch im Jahr 2026 wird ein Spektrum unterschiedlicher Stilrichtungen geboten, die mit frischem Wind die musikalische Sommerflaute beleben sollen. Ab dem 2. August 2026 findet an sechs aufeinander folgenden Wochen jeden Sonntag ein Konzert-Highlight statt. Die Sitzplätze sind limitiert, deshalb rechtzeitig Tickets reservieren. Bei schlechtem Wetter werden die Konzerte in das Foyer des Museums verlegt.

    Kartenvorverkauf in der Tourist-Information Veitshöchheim.

Das museum

1986 sollte die ehemalige Synagoge in Veitshöchheim zu einem Ausstellungsraum für Kunst umgestaltet werden. Umfangreiche Funde im Gebäude der Synagoge führten jedoch dazu, dass der ursprüngliche Plan grundlegend geändert und 1994 das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim eröffnet wurde.

In der Synagoge von 1730, einem ehemaligen jüdischen Wohnhaus  dem 18. Jahrhundert und einem als Museumsfoyer genutztem Neubau führen einzigartige Ausstellungsobjekte aus der Veitshöchheimer Genisa mitten hinein in die Geschichte. Die Geschichte führt ins Heute. Sonderausstellungen und Veranstaltungen greifen weitere Themen auf und schaffen Raum für Beschäftigung mit dem, was dargestellt ist.


  • Foyer des Jüdischen Kulturmuseums

    Museum - mitten im Dorf

    Seit 1994 gibt es in Veitshöchheim das Jüdische Kulturmuseum, das eigentlich gar nicht geplant war. 1986 sollte die ehemalige Synagoge zu einem Ausstellungsraum für Kunst umgestaltet werden. Die verschiedenen Entdeckungen im Synagogengebäude führten schließlich zur Einrichtung des Museums.

  • Mitglieder der Familie Freudenberger

    Geschichte(n) aus Veitshöchheim

    In den Ausstellungsräumen können Sie die Lebenswirklichkeit der jüdischen Gemeinde von Veitshöchheim erfahren: Wie begann alles? Wie lebten die jüdischen Familien im Dorf? Wovon lebten sie? Was durften sie tun und was nicht? Wie war das Ende der Gemeinden? Und was ist heute?

  • Schwarz-Weiss Aufnahme der Synagoge Veitshöchheim 1926

    Synagoge

    Besuchen Sie die Synagoge von Veitshöchheim, ein Bauwerk von 1730, das 1940 zerstört wurde und danach als Feuerwehrhaus diente. Heute ist es in seinem ursprünglich barockem Zustand wiederhergestellt.

  • Ausschnitt aus einem farbig gezeichneten Misrach

    Genisa

    Lernen Sie alles über die Genisa: eine Sammlung von Schriften und Objekten, die aus religiösen gründen aufbewahrt werden musste. Sie lässt uns einen Bick in den Alltag der Gemeinde werfen.